„ Es ist einfach beeindruckend, wie das läuft“.

26. Januar 2014

Am Freitag war eine Besucherin anwesend während zwei Stunden. Als Feedback meinte sie:

„ Es ist einfach beeindruckend, wie das läuft. Ich staune nur noch. Und wie die Grossen die Kleineren unterstützen. Und diese Kinder, die arbeiten wirklich.“

Dieses Statement über den Unterricht in der Schule 3×3 höre ich oft. Das freut mich auch für alle Kinder die täglich ihr Bestes geben oder es versuchen.

Es sind im Moment elf Kinder zu unterrichten und zwar von der ersten bis zur sechsten Klasse. Ich lächle oft auf den Stockzähnen, wenn ich sehe wie flexibel ich bin. An meinem Tisch sitzend erlebe ich innerhalb von zehn Minuten fast das ganze Spektrum an Inhalten des Schulstoffes.

Da kommt ein Sechstklässler. Er berechnet Strecken, die ein Flugzeug innerhalb von Europa zurücklegt. Die einzelnen Abschnitte sind nur in Bruchteilen abgegeben und ein Teil natürlich mit einer Masszahl. Irgendetwas will nicht stimmen. Er hat ganz einfache Zahlen falsch addiert. Ein Fünftklässler erscheint, er musste laut seiner Checkliste D ein Merkblatt lesen und möchte abgefragt werden. Er kennt den Inhalt gut. Ich rufe die nächste Kandidatin. Es ist eine Erstklässlerin. Sie füllt Zahlendreiecke aus, wobei sie deren Inhalt durch Würfeln ermitteln muss. Ich rufe einen Lernpartner herbei. Die beiden setzen sich an meinen Tisch und würfeln, schreiben und zählen dann zusammen. Kontinuierlich überblicke ich alle die an ihren Plätzen arbeiten, erkenne anhand der Körperhaltung wie aktiv sie sind. Hm? Dieses Kind zeigte über längere Zeit keine Arbeit. Es wird herbeigerufen und muss Rechenschaft ablegen. Ein Viertklässler muss Zahlen im Tausenderraum im Kopf halbschriftlich dividieren, wobei er zuerst  in günstige Faktoren zerlegen muss. Er kann das, ist aber sehr langsam. So muss er ab und zu antraben und ich unterstütze ihn. Ein Knabe ist als Tutor beschäftigt. Ein weiterer Erstklässler hat 20 Wortkarten zu lesen, wobei er jeden Tag schneller sein sollte. Der Tutor stoppt die Zeit, kommt dann jubelnd als ich ihn rufe, sein Tutörchen habe eine Rekordzeit hingelegt. Der Tutor macht einen Eintrag in die Checkliste. Das Tutörchen bekommt eine kleine Freudenzeit für die gute Leistung. Ein Knabe überprüfte die Rechtschreibung am Protokoll zu einem Experiment, welches die Gruppe während des MU Unterrichtes gemacht hatte. „ So kann man Plankton herstellen“. Die Rechtschreibung ist jetzt  in Ordnung, doch sachlich ist nicht alles korrekt. Später werden die Kinder als Detektive amten und den Text gemeinsam vervollständigen. Wenn es tönt „Baumzeit“ darf kein Kind an meinen Tisch kommen, auch keine Klammer setzen. Nun arbeite ich fünf Minuten mit dem autistischen Mädchen. Sie arbeitet sehr gerne mit Bildkarten die sie den entsprechenden Wörtern zuordnet. Alles was mit Zählen und Mengen zu tun hat, das liebt sie weniger. Zur Belohnung darf sie ein Puzzle machen.

So läuft und läuft das und ich bin in meinem Element.

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