Verantwortung übernehmen für die Gruppe – mit Freude und Stolz
Mir fällt immer wieder auf, mit welcher Ernsthaftigkeit und Sorgfalt die Kinder ihre Aufgaben in der Schule 3×3 erfüllen. Ob als Ordnerchef, Stabchef, Verantwortlicher für die Spiele, als Znünichef oder als Chef für die Nachmittagsarbeiten – jeder Job wird mit grossem Engagement übernommen.
Sobald die Kinder in ihrem Job sind, arbeiten sie ruhig, konzentriert und aufmerksam. Sie führen ihre Aufgaben nicht einfach aus, sondern überlegen mit, entdecken Verbesserungsmöglichkeiten und bringen eigene Ideen ein. Es ist schön zu beobachten, wie sie Verantwortung übernehmen und erleben, dass ihr Beitrag für die ganze Schulgemeinschaft wichtig ist.
Besonders berührend ist, dass viele Kinder von sich aus fragen, ob sie noch etwas für die Schule erledigen dürfen. Sie möchten helfen, mitgestalten und ihren Teil zum gemeinsamen Alltag beitragen. Diese Bereitschaft zeigt, dass Verantwortung nicht nur eine Aufgabe ist, sondern auch Freude bereiten und das Selbstvertrauen stärken kann.
Die Jobs in der Schule 3×3 sind deshalb weit mehr als kleine Arbeiten im Schulalltag. Sie schaffen Gelegenheiten, Selbstständigkeit zu üben, Zuverlässigkeit zu entwickeln und zu erfahren, dass jede und jeder mit den eigenen Fähigkeiten einen wertvollen Beitrag leisten kann. So wächst Schritt für Schritt eine Gemeinschaft, in der alle Verantwortung übernehmen und füreinander da sind.
Langsam neigt sich das Schuljahr seinem Ende zu und in Gedanken bin ich ab und zu im neuen Schuljahr.
Ich wünsche mir, dass die Kinder auch im neuen Schuljahr erfahren dürfen, wie erfüllend es ist, Verantwortung zu übernehmen. Nicht weil sie müssen, sondern weil sie merken, dass sie gebraucht werden, dass man ihnen etwas zutraut und dass ihr Einsatz einen Unterschied macht. Diese Erfahrungen tragen weit über die Schule hinaus – sie stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Gemeinschaft.
Der Leuchtturm in der Schule 3×3

Mir ist klar, wie anspruchsvoll es ist, ein Schulkind zu sein.
Jeden Morgen gibt es einen Wechsel zu vollziehen aus einer Welt, in der viel Ablenkung möglich ist, in die Welt der Schule, wo vor allem Aufmerksamkeit verlangt wird.
Ich erkläre den Kindern, dass dieser tägliche Wechsel zwischen zwei so unterschiedlichen Welten ihnen hilft, flexibel zu werden.
Ich unterstütze die Kinder in ihrem anspruchsvollen Job auf vielfältige Weise.
Da steht zum Beispiel ein Leuchtturm gleich neben der Eingangstüre.
In diesem Zusammenhang ist der Leuchtturm für mich ein Sinnbild dafür, wie wichtig Aufmerksamkeit in der Schule ist.
In der Praxis sieht das so auf:
Ich stellte eine Figur eines Drachen auf den Leuchtturm. Irgendwann, während des Unterrichts sollten die Kinder in das Heft mit dem Namen «Ich bin verpflichtet mich zu erinnern» aufschreiben, was sie auf dem Leuchtturm gesehen hatten. Es waren ganz wenige, die gemerkt hatten, dass eine Figur auf dem Leuchtturm stand. Die Kinder, die nichts gewusst hatten, mussten zwanzigmal «der Drache» schreiben.
An einem anderen Tag klebte ich einen Zettel an den Leuchtturm. «Lernen ist anspruchsvoll». Und siehe da, ich konnte wieder einmal feststellen, dass angemessener Druck das Lernen unterstützt. Alle Kinder hatten auf das geachtet, was auf dem Leuchtturm stand.
Vor Schulbeginn spielt sich nun oft folgendes Szenario ab.
«Oh, ich gehe lieber nochmals schauen, was auf dem Leuchtturm ist». Das ist vor dem offiziellen Schulbeginn noch erlaubt.
«Ich weiss, was auf dem Leuchtturm ist, ich habe zweimal geschaut».
«Ich bin nicht sicher, ob ich einfach schreiben kann, es ist ein Zettel da, oder ob ich schreiben muss, was auf dem Zettel steht».
Ein Kind erklärte mir am ersten Tag nach den Ferien, es habe jeden Tag daran gedacht, am Morgen auf den Leuchtturm zu schauen.
Zauber……..
Donnerstag 21.8.25
Die erste Schulwoche von Luca
Ich habe Freude gehabt, weil ich alle Kinder wiedersehen kann. Ich war sehr neugierig am ersten Schultag. Ich sah, dass ein Kind fehlte und ich dachte, hoffentlich ist es nicht fest krank.
Ich habe mich gefreut, dass ich wieder Keyboard spielen kann.
Ich finde die Schule 3×3 sehr interessant, sie macht Freude. Es gibt jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Jeden Tag arbeiten und es wird nie langweilig, es ist immer etwas los.
Ich habe mich die ganzen fünf Wochen auf die Schule 3×3 gefreut.
Auf’s Turnen freue ich mich besonders, weil ich liebe Sport.
In der Küche zu helfen macht mir Spass. Ich tue gerne helfen.
Ich liebe diese Schule, denn man kann hier gut lernen. Ich bin sehr glücklich.
In dieser ersten Schulwoche nach den Sommerferien hatte ich nur Freude und Sorgen hatte ich keine.
Aus der Schule 3×3 geplaudert
Eine Szene, die sich fast täglich an meinem Pult abspielt.
Ein Kind sagt zu mir.
«Ich möchte mit Ihnen etwas machen.
Gerne. Deine Arbeiten hast du ja gut erledigt. Was möchtest du machen?
Ein Spiel.
Was für eins?
Five alive.»
Das Kind bereitet das Spiel vor. Andere Kinder, die ebenfalls alle anstehenden Arbeiten erledigt haben, möchten auch mitspielen.
Sie bringen einen Hocker mit und dann kann es losgehen.
Es wird eng an meinem Pult und gerade das lieben die Kinder.

