Hier folgen zwei Kapitel aus dem neuen Projekt der Schule 3×3:
Fachsprache zum Zusammenarbeiten in der Gruppe.

Die warme Dusche

Wir machen auch eine warme Dusche mit Worten. Das geht so. 
Ein Kind setzt sich auf einen Stuhl. Alle anderen Kinder sitzen im Halbkreis um das Kind herum und sagen ihm freundliche Sachen und ihm wird warm ums Herz.
Sie sprechen das Kind immer zuerst mit seinem Namen an. Beispiele:
Du schaffst es jeden Tag, mir gute Laune zu machen.
Du schreibst mir schöne Meldungen auf WhatsApp.
Ich liebe deine Schrift.

Das sind herzerwärmende Komplimente.

Es ist gut verbunden zu sein – Beziehung spüren

Am Donnerstagmorgen stehen zwei Körbe mitten im Stuhlkreis. Sie sind voll mit farbigen Seilen.
Frau Baumgartner sagt: «Immer zwei und zwei Kinder verbinden sich mit einem Seil. Während des Unterrichts bleibt ihr aneinandergebunden.
Wenn ein Partner beim Arbeiten nicht weiterkommt, dann kann er leicht am Seil ziehen und der Seilpartner kommt zu seinem Pult und unterstützt ihn.
»

Die Kinder beschreiben anschliessend ihre Erfahrungen.
Ich spüre das Seil an meinem Bauch. Meine Körpergefühle sind komisch. Ein bisschen angespannt. Meine Sinne sind aufmerksam, ich spüre das Seil und ich sehe das Seil. Meine Gefühle sind komisch und ich weiss nicht was das bedeuten soll. Ich bin schon dreimal gezogen worden von meinem Partner. Das Überraschungsgefühl, wenn jemand zieht ist spannend. Ich konnte meinem Partner gut helfen im Deutsch, ich habe ihm gut erklärt und ich habe ihm in seiner Geschichte alle Fehler gezeigt und er hat sie verbessert. Oft hatte ich das Gefühl jemand zieht, aber es war oft ein Fehlalarm.

Jetzt weiss ich was die Gefühle bedeuten. Es bedeutet, ich finde es toll. Jetzt bin ich schon wieder gezogen worden. Das ist lustig. Wenn mein Partner irgendwo etwas holen musste, musste ich einfach mitgehen. Als mein Partner bei Frau Staub «Speedy» lesen musste, bin ich einfach mitgegangen und das war so lustig.

Meinem Körper gefällt das jetzt. Ich spüre eine Beziehung zum Seilpartner und die ist gut. Wir sind gute Unterstützer für einander. Für mich war es gut zu wissen, dass ich meinen Partner heranziehen kann, wenn ich eine Frage habe.

Mit den Seilen von allen Kindern gibt es im schoolroom auf dem Boden ein Genusch. Ein Seil verwickelt sich mit einem anderen. Manchmal müssen wir unter einem Seil durchkriechen oder darübersteigen oder das Seil vom Boden aufnehmen, festhalten und über den Kopf heben. Am Anfang finde ich es lustig, wenn so viele Seile durcheinander sind. Mit der Zeit ist das mühsam, weil es so viel Zeit verbraucht.

Ich bin so verblüfft, weil es so gut läuft. Ich spüre die Grenze. Manchmal zieht mein Partner so fest und das gefällt mir nicht. Das stört mich. Die Zeit in der ich mit meinem Partner angebunden war, war ungewohnt, aber auch sehr schön.
Es ist auch gut, wenn ich mich wieder frei bewegen kann, wenn die enge Grenze weg ist.

Ich möchte gerne wieder einmal so ein Erlebnis haben.